Wie weit kommt Deutschland bei der WM 2010
Fußball-Fans aus aller Herren Ländern fiebern der ersten Fußball-Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent entgegen. Die deutsche Nationalelf um Kapitän Michael Ballack peilt in Südafrika den 4. Weltmeistertitel an. Geht es nach den Buchmachern, gehören unsere Kicker aber nur zum erweiterten Kreis der Favoriten.
Der aktuellen Europameister Spanien sowie der Rekordweltmeister Brasilien führen gemeinsam die Liste der Titelfavoriten bei den
WM Wetten an. Etwas überraschend werden die Siegchancen der Engländer höher eingestuft als die der Deutschen und Argentinier – zwar spielten England eine ausgezeichnete Qualifikation, als Turniermannschaft konnten sich die Briten in den letzten Jahrzehnten allerdings nicht wirklich auszeichnen.
Die Elfenbeinküste gilt als Geheimtipp und als stärkste Mannschaft unter den afrikanischen Teilnehmern - das spielstarke Team um Kapitän Didier Drogba scheint reif für Erfolge auf der internationalen Bühne. Südafrika werden hingegen lediglich Außenseiterchancen eingeräumt. Ein WM-Triumph des Gastgebers bringt in den Wettbüros mehr als das 100fache des Wetteinsatzes.
Über den spielerisch stärksten Kader dürften derzeit die Spanier verfügen. Das gut eingespielte Team ist auf allen Positionen hochkarätig besetzt. Torres, Villa, Xavi und Co haben realistisch betrachtet die besten Chancen nach dem EM-Triumph auch den allerersten WM-Pokal für die Iberier zu holen. Ein kleines Fragezeichen steht hingegen hinter der aktuellen Stärke Brasiliens. Die stark verjüngte Selecao muss mit einem immensen Erwartungsdruck fertig werden und konnte in der Qualifikation nicht immer überzeugen. Alles andere als der Titel ist in Brasilien eine Enttäuschung, allerdings müssen die Brasilien zuerst einmal in der Vorrunde gegen Portugal und die Elfenbeinküste bestehen.
Bundestrainer Jogi Löw steht derzeit vor schweren Aufgaben. Verletzte oder formschwache Nationalspieler erschweren die Zusammenstellung des WM-Kaders. Das Sturmduo Klose und Podolski steckt im Dauer-Formtief, daher müssen eventuell der junge Stefan Kießling und der einst geschasste Kevin Kuranyi die Lücke schließen. Nach der Vorrunde könnten die Deutschen bereits im Achtelfinale auf England treffen und in einem möglichen Viertelfinale könnte es zu einem Duell mit Argentinien und Lionel Messi kommen.
Die deutsche Elf verfügt derzeit nicht über die individuelle Stärke der Top-Favoriten wie Spanien, Brasilien oder Argentinien und muss durch den Einsatz der berühmten deutschen Tugenden fehlende spielerische Klasse ausgleichen. Wenn die vielbeschworene „Turniermannschaft“ aber erst mal ins Rollen kommt, muss jeder Gegner mit Jogis Jungs rechnen.