Die Speisekarte gehört zur Gastronomie wie das Dach zum Haus. Man kann sich ein Restaurant ohne Bedienung vorstellen, das gibt es schon lange, nicht nur im Fast Food Bereich. Man kann sich ein Restaurant ohne Tische, Stühle oder Beleuchtung vorstellen, aber eine Speisekarte muss es haben. Liegt keine auf dem Tisch, müssen eben die Auswahl und das Angebot an Gerichten und Getränken auf eine Tafel geschrieben sein, auf eine Klapptafel auf der Straße, eine Schiefertafel an der Wand, auf einen angepinnten Zettel, egal, auf was: Eine Speisekarte muss sein.
Sie ist kein Luxus, den man nur in der gehobenen Gastronomie erwarten darf, sondern ein Muss selbst am kleinsten und abgelegensten Imbissstand, an Frittenbude und Bratwurstwagen. Wenn der Gastwirt kurz vor der Eröffnung feststellt, dass er noch keine Speisekarten hat, hat er ein Problem, das er allenfalls dadurch lösen kann, dass er bei auf Speisekarten spezialisierten Firmen auch so genannte
Leihkarten bestellen kann, die dann bis zur endgültigen Lieferung der Karten ihren Dienst tun und den Gästen zur Verfügung stehen. Es wäre auch gar nicht klug, in einem solchen Fall irgend welche Provisorien oder Übergangskarten minderer Qualität hinzulegen. Damit hinterlässt man bei Gästen einen ganz schlechten Eindruck, den man später auch mit edlen Karten nicht einfach wieder gut machen kann. Die Speisekarte ist wie ein weiteres Aushängeschild des Gastbetriebs, ob in klassischer oder moderner Form, ob mit Schnur oder mit Schrauben gebunden, in Leder oder Leinen, auf edelstem Papier von Hand geschrieben oder als feiner Druck, als kleines Schmuckstück oder in DIN A3.