Als Faltenunterspritzung wird hinlänglich die Korrektur von Falten im Gesichtsbereich mittels Injektion bezeichnet. Jedoch nicht alle Alterserscheinungen sind auf diese Weise behandelbar. Es sind die tief eingeschnittenen Linien, die mit Hilfe einer
Faltenunterspritzung ausgeglichen werden können. Dazu zählen etwa die Krähenfüße an den äußeren Augenwinkeln, Narben im Gesichtsbereich durch Akne und Zornes- und so genannte Denkerfalten im Bereich der Stirn.
Die Behandlung erfolgt auf Wunsch nach einer örtlichen Betäubung. Dann wird ein Füllmaterial in die Hautschichten oder unter die Haut gespritzt. Dieses Füllmaterial kann, wie unten noch näher ausgeführt, aus verschiedenen Inhaltsstoffen bestehen. Sehr bekannt ist natürlich Botox, das von einem amerikanischen Konzern vertrieben wird und den Inhaltsstoff Botulinumtoxin, ein sehr starkes Nervengift, enthält. Durch die häufige Verwendung ist Botox für viele zur Abkürzung von Botulinumtoxin geworden.
Kurz nach dem Einspritzen des Füllmaterials in die Hautschichten oder unter die Haut ist es noch kurz möglich, das Material durch leichten äußeren Druck in Form zu bringen. Mit einer Technik, die als "Tunneltechnik" bekannt ist, können auch lange Falten ausgeglichen werden. Hierbei wird die Nadel der Länge nach unter die Haut geschoben und gleichmäßig beim Einspritzen des Füllmaterials zurückgezogen.
Als Füllmaterial können sowohl natürliche wie auch künstliche Stoffe verwendet werden. Zu den natürlichen Materialien gehören körpereigenes Fett, dass an anderer Stelle abgesaugt wird, Collagen (z.B. Rinderkollagen) und Hyaluronsäure. Körpereigenes Gewebe hat den Vorteil, dass es zu keinen Gegenreaktionen des Körpers kommen kann. Den natürlichen Füllstoffen ist eigen, dass sie mit der Zeit abgebaut werden, nach einigen Jahren also eine neuerliche Behandlung notwendig ist. Künstliches Füllmaterial besteht meist aus ummantelten Kunststoffkügelchen, sie können nicht abgebaut werden, könnten jedoch eine Gegenreaktion des Körpers hervorrufen.
Zwar gilt die Unterspritzung von Falten in der ästhetischen Medizin längst als Routinebehandlung, doch kann es auch hier zu Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören neben den schon angesprochenen Abstoßreaktionen auf künstliche Materialien vor allem Blutungen, Schwellungen und Rötungen. Die behandelte Stelle sollte die ersten Tage geschont werden, auch die Kühlung dient einer schnellen Abheilung.
Sonja Hunten
sonja.hubra (at) gmx.net