Nach intensiven Studien in England begann der Standesherr von Bad Muskau, Fürst Hermann von Pückler-Muskau, einen Park anzulegen um seine Stadt dadurch zu verschönern. Dabei wurde er - unter Kennern als landschaftskünstlerisches Genie geltend - von Jacob Heinrich Rehder (einem Hofgärtner) und später von seinem Schüler, dem Gartenkünstler Eduard Petzold, unterstützt.
Der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau in der Oberlausitz ist mit einer Gesamtfläche von 545 Hektar der größte Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil und erstreckt sich beiderseits der Neiße. Der kleinere Teil des Parks liegt auf deutschem Staatsgebiet und zwei Drittel auf polnischem Staatsgebiet, seit dieser Teil 1945 an Polen fiel (wo der Park zur Gemeinde Łęknica /Lugnitz gehört). Beide Teile sind durch eine Brücke über die Neiße miteinander verbunden, diese kann aber nur am Tag bis 20 Uhr passiert werden.
Der Park besteht aus mehreren relativ selbstständigen Teilen mit unterschiedlichem Charakter - auf deutscher Seite der Schloss-, Bade- und Bergpark, auf polnischer Seite der Unterpark und das Arboretum. Zu den Sehenswürdigkeiten des Parks gehört das Neue Schloss, das 1520 bis 1530 unter Leitung eines italienischen Architekten erbaut, mehrfach zerstört und letztlich im Zweiten Weltkrieg geplündert und ausgeraubt wurde. Bis 2009/2010 soll die Rekonstruktion abgeschlossen sein. In diesem Schloss erblickte am 30. Oktober 1785 Ludwig Heinrich Hermann von Pückler-Muskau das Licht der Welt.
Das Alte Schloss wurde im zweiten Weltkrieg ebenfalls ausgebrannt, aber in den Jahren 1965 bis 1986 wiederaufgebaut. Gegenwärtig wird es als Standesamt, für die
Bad Muskau Touristik und als Bibliothek genutzt.
Die Orangerie entstand nach dem Umbau des Brauhauses im Jahre 1844 zur Unterbringung der Orangenbäume, die im Sommer auf den Schlossrampen standen, sowie für andere nicht winterharte Pflanzen. Das Tropenhaus ist heute Schauanlage für nicht heimische Gewächse und Pflanzen und Erzeugerbetrieb für die Beetbepflanzung innerhalb des Pückler-Parks.
Einen touristisch attraktiven Personenverkehr bietet die Waldeisenbahn Muskau, welche die längste und älteste 600-mm-Schmalspurbahn Deutschlands ist, mit einer Gesamtstrecke von 12 km durch die waldreiche Region.