Vor zwanzig, dreißig Jahren etwas hat alles angefangen. Mit einer Nähmaschine wurden die erste Kollektionen, die damals noch aus Einzelstücken bestanden und an heimischen Küchentischen entworfen wurden, in die Moderealität umgesetzt. Menschen suchten nach einer individuellen, umweltverträglichen und hautfreundlichen Alternative zur industriellen Massenproduktion von Textilien. Die Ökomode, die damals nicht einmal diese Namen hatte, war geboren. Wie vieles in dieser Zeit, war auch die Mode in einer Experimentierphase. Die Ökobewegung umfasste Politik, Nahrung, Kleidung und mehr. Öko hat sich gewandelt. Fast schon fossil sind die Kataloge aus der damaligen Zeit, häufig auf Recyclingpapier gedruckt.
Daran hat sich bis heute wenig geändert. Die Mode hingegen schon. Der Markt hat für alle viel zu bieten. Inzwischen ist das Kartoffelsack- und Batikdruckimage der Ökomode einem stylischen, dabei gesunden und qualitativ hochwertigen Modetrend gewichen. Nachhaltigkeit wird in vielen Kontexten diskutiert, und natürlich ist es auch in der Mode ein Thema. Die Materialien sind hautfreundlich, mit möglichst wenig Chemie hergestellt und häufig sind die Herstellungsbedingungen sozialverträglich, faire Löhne werden in den Fertigungsländern gezahlt. Inzwischen ist die Fülle der Angebote fast verwirrend. Es gibt noch die wenigen Pioniere der
Ökomode, aber junge Designer und innovative Labels haben den Markt ebenfalls erobert. Wer heute nach Ökomode sucht, weiß, dass Qualität mit hohem handwerklichen Können und innovativen Designideen immer mehr im Kommen ist, zur Freude der Kunden, die von hip bis schlicht alles finden können, was das Modeherz begehrt. Das Internet hat längst Einzug in die Modewelt gehalten, und so können die gewünschten Modelle schon bald im Kleiderschrank ihrer Kundinnen und Kunden hängen, in umweltfreundlichen Verpackungen verpackt und auf möglichst kurzen Transportwegen geliefert. Alles Öko eben.