Die Bewegung der Surrealisten brachte viel Unruhe in die bürgerliche und moralische Gesellschaft des 20. Jahrhunderts. Der Begriff „Surrealismus“ wird heute hauptsächlich dazu verwendet, um die klassisch-moderne Kunstepoche der surrealistischen bildenden Kunst zu beschreiben. Doch die Ursprünge der Bewegung liegen im Schoss französischer Literaten, wie dem ersten Anführer des Surrealismus, Andre Breton. Im Jahre 1919 gründete er unter anderem mit Juan L. Aragon, Philippe Soupault und Tristan Tzara die Zeitschrift „Literature“, die auf irrationale Bestrebungen ausgelegt war. 1924 verfasste Breton zusammen mit Soupault Les Champs magnetiques, das erste literarische Werk mit surrealistischer Technik, dem automatisierten Schreiben. Damit wurde die neue Denkweise des Pariser Zweig, publik. Nach dem Verfassen des ersten und zweiten surrealistischen Manifest erlangte Breton den Rang der führenden Zentralfigur der
surrealistischen Bewegung und ließ die Gruppe um ihn schnell verstehen, dass ihm theoretische Annahmen nicht ausreichen und dass er Resultate sehen möchte. Daraus ergaben sich verschiedenste provokante Veranstaltungen, um sich so von den bürgerlichen Denkweisen abzusetzen und gegen die Unterdrückung von wahren Bedürfnissen der Menschen anzukämpfen.
Eine wichtige Inspiration, später auch für die surrealistischen Maler waren die Theorien des Psychoanalytikers Sigmund Freud. Sie saugten seine Erkenntnisse und Hypothesen auf und wendeten diese auf ihre Schaffungen an. Dabei ging es darum, die Wünsche, Ängste und tief vergrabene Erinnerungen im Unterbewusstsein des Menschen ans Tageslicht zu holen und so die abnormen Seelenzustände zu verarbeiten. Die Surrealisten nutzten die Traum- und Rauschzustände sowie hypnotische Behandlungen als Quelle kreativer Eingebungen. Vor allem die Maler, wie Salvador Dali oder Rene Magritte nutzten die Kraft des irrationalen Unterbewusstseins als Substanz für ihre Werke.
Mit Salvardor Dali kam eine neue Ähra im Surrealismus auf, denn selbst für die Surrealisten stellte er mit seiner exzentrischen und egozentrischen Art, eine Bedrohung dar. Vor allem Breton lehnte ihn in in der Surrealistengruppe ab, er schrieb: „Neue Wesen, mit eindeutig böswilligen Absichten, haben sich soeben in Bewegung gesetzt. Mit finsterer Freude sieht man, wie auf ihrem Weg nichts mehr stattfindet als sie selbst." In der zeitgenössischen Kunst wird jede Kunstart als surreal bezeichnet, die die Wirklichkeit mit Traumwelten oder Irrealen verbindet.