Kreditzinsen – halten sie, was sie versprechen?
Das Zinsniveau bewegt sich schon seit einiger Zeit auf einem niedrigen Level, eine Änderung scheint in nächster Zeit nicht in Sicht zu sein, auch wenn die Höhe der Zinsen in jüngster Zeit ein wenig angestiegen ist. Finanzdienstleister machen sich diesen niedrigen Stand zunutze und werben mit günstigen Konditionen für Finanzierungen aller Art. Dies gilt also nicht nur für Ratenkredite, sondern beispielsweise auch für Baufinanzierungen. In den meisten Fällen handelt es sich bei diesen Offerten allerdings um Lockangebote. Mit welchem Zinssatz nun für einen Kredit letztendlich gerechnet wird, hängt in der Regel von der Bonität ab, die errechnet wird. Unter der Bonität versteht man die Kreditwürdigkeit eines Kunden. Das bedeutet, auf diese Weise wird seine Fähigkeit definiert, die aufgenommene Summe samt Kreditzinsen zurückzuzahlen.
Unter dem Begriff Kreditzinsen definiert man den Preis, der für die Überlassung finanzieller Mittel, also einer bestimmten Summe im Rahmen eines Kreditvertrages bezahlt werden muss. Die Höhe der Zinsen wird spätestens nach Inkrafttreten der Basel-II-Richtlinien zum Teil von der Bonität bestimmt, da Banken und Kreditinstitute seit Januar 2008 dazu verpflichtet sind, Kreditzinsen bonitätsabhängig zu vergeben. Die Kosten, die für eine aufgenommene Summe entstehen, können von Anbieter zu Anbieter variieren. So ist der Leitzins wohl richtungweisend, dennoch haben die Unternehmen die Möglichkeit, bis zu einem bestimmten Grad nach ihren Vorstellungen zu agieren. Wer also günstige
Kreditzinsen sucht, der sollte auf keinen Fall auf einen Kreditvergleich verzichten. Wichtig bei solch einem Vergleich ist aber nicht nur der nominale Zinssatz. Der Nominalzins bezeichnet den rechnerischen Betrag, der laut vereinbartem Kreditvertrag vom Kreditnehmer für die aufgenommene Summe in regelmäßigen Abständen entrichtet werden muss. Ausschlaggebend ist der effektive Jahreszins. In diesem Betrag sind nicht nur die Kreditzinsen enthalten, die anfallen, auch Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsgebühren oder ähnliche Kosten werden hier mit berechnet. Der Abschluss einer so genannten Restschuldversicherung — hierbei versichert sich der Kreditnehmer gegen Zahlungsausfälle in Form von schwerer Krankheit, Arbeitslosigkeit oder sogar Tod — geschieht auf freiwilliger Basis, auch wenn es von einigen Finanzdienstleistern fast schon zwingend zur Kreditvergabe vorgeschrieben wird. Letztendlich sollten beide Arten der Kreditzinsen bei einem Kreditvergleich nicht vernachlässigt werden, auch wenn beide Arten voneinander unterschieden werden sollten. Das aktuelle Zinsniveau und die vereinbarten Kreditzinsen spiegeln die Kreditwürdigkeit des Kunden wider. Je höher die Bank das Risiko von Zahlungsausfällen einstuft, umso höher fallen die Zinsen aus. Auch negative Schufa-Auskünfte treiben die Kreditzinsen in die Höhe.