Es ist letztendlich egal, in welchem Alter wir uns befinden – wohnen müssen oder wollen wir irgendwie immer. Niemand kann sich diesem Thema entziehen, ist es doch allgegenwärtig. Jedoch ändern sich im Laufe des Lebens die Anforderungen und Ansprüche, die wir an unser Leben und somit auch an unser Wohnen stellen.
In den ersten Jahren zumeist noch behütet von den Eltern findet kein bewusstes Wohnen statt, sondern vielmehr ein Entdecken eines jeden Winkels einer Wohnung, des heimischen Nestes sozusagen. Diverse Beulen an Kopf und anderen Stellen künden anfänglich noch davon – später kleinere „Markierungen“ des Kindes in jedem noch so fernen Winkel der Wohnung oder des Hauses.
Die erste eigene Wohnung muss da schon ganz andere Anforderungen erfüllen: Freiheit, Eigenständigkeit, Bezahlbarkeit. Wohnen wird in diesem Stadium meist auch genutzt zum Studium. Aufbau neuer und interessanter Sozialkontakte beim ersten eigenen Wohnen. Umzugs-, Einweihungs- und Auszugsfeiern sind oft die Anfangs-, End- oder Verbindungspunkte verschiedenartigsten Wohnens im In- und Ausland. Die Wohnung ist zu diesem Zeitpunkt eher von niedrigerer Wertigkeit, vielleicht auch wegen der einzelnen Jobwechsel in den ersten Jahren nach der Ausbildung. Der eigene Stil muss ja auch noch gefunden werden und einrichtungstechnisch bedeutet dies oftmals auch Fehlschläge bei der Kombination der Inneneinrichtung.
Die nächste Phase dient – auch wohntechnisch – der gesellschaftlichen Positionierung. Wohnen als Manifestation der eigenen Lebensart, vielleicht auch geschmückt mit verschiedenen Reiseandenken verschiedener Epochen und Beziehungen. Diese eigene Beziehung, irgendwann auch mit eigener Familie lässt Wohnen wiederum wieder anders stattfinden. Die Kinder brauchen später auch Raum in den eigenen vier Wänden, ob gemietet, gekauft oder noch nicht ganz abbezahlt. Das Haus als Wohnraum wird deutlich erstrebenswerter als die Mietwohnung – die Familie braucht letztendlich Platz. Sesshaft zu werden wird immer mehr zu einer realen Option, man entscheidet sich nach den Jahren des „Umhertingelns“ dazu, eine Bindung auch bei der Wohnung einzugehen.
Später dann das letzte Kapitel: Das
Wohnen im Alter – es geht geruhsamer zu, die Kinder sind auch schon aus dem Haus und das muss nun eventuell allein sauber gehalten und gepflegt werden. Daher mag man sich ab einer gewissen Zeit oft ein-etagig mit kleinem Balkon wieder finden. Kurze Wege zum Arzt. Betreutes Wohnen ist hier eine Möglichkeit.