Schimmel in Gebäuden ist nicht nur unschön, sondern kann auch krank machen. Typische Folgen für den Menschen sind unter anderem Müdigkeit, Kopfschmerzen, starke Anfälligkeit für Infekte, Allergien, Asthma und Schleimhautreizungen. In vielen Fällen kann nur ein Experte dabei helfen, den Schimmel langfristig zu beseitigen.
Bei Schimmel handelt es sich um Pilze mit Pilzfäden und Sporen, die sich durch die Zersetzung organischer Rückstände oder direkt an lebenden Organismen ernähren. Von den gut 120 000 erkundeten Schimmelpilzarten kommen im Innenraum ca. 100 Arten vor. Sie entstehen, wenn sich zu viel Feuchtigkeit aus der Luft an den Wänden oder am Boden absetzt oder wenn Wasser von außen eindringt. Des Weiteren bilden sich Schimmelpilze häufig, wenn Schäden an Rohren lange unerkannt bleiben oder nicht fachgerecht repariert wurden. Auch bei Neubauten oder bei Renovierungsarbeiten ist die Entstehung von Schimmelpilzen möglich, falls zu früh mit dem Innenausbau begonnen wird und Mörtel, Estrich und Putz noch nicht ausreichend ausgetrocknet sind. In allen genannten Fällen bildet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Schimmel, wenn die Feuchtigkeit wochenlang im Material bleibt.
Um schnell zu handeln, kann man gegen den Schimmel mit Schimmelentferner aus der Drogerie vorgehen. Meist kommt er aber nach einiger Zeit wieder, weil damit die eigentlichen Ursachen nicht behoben wurden. Die Grundlage für eine wirkungsvolle Beseitigung des Schimmelbefalls und eine sachgerechte Beseitigung der Schäden ist eine kompetente Analyse des Schimmels. Um zu klären, wie es zur Schimmelbildung gekommen ist, sollte man lieber einen Gutachter für Schimmel konsultieren, besonders dann, wenn die befallene Stelle größer als 20 cm² ist. Die wesentliche Aufgabe eines Schimmelpilzgutachers ist die sogenannte Gebäudediagnostik, also die Untersuchung der mikrobiologischen, chemischen und bauphysikalischen Situation. Ein weiteres Täitigkeitsfeld des Schimmelpilzsachverständigen ist die Anfertigung von Gutachten für Gerichte, Versicherungen, Unternehmen und Privatleute. Gerade bei Mietwohnungen und beim Immobilienkauf ist ein professionelles Schimmel Gutachten zudem der einzige Weg, Rechtssicherheit für Mieter und Vermieter bzw. Bauherr und Bauunternehmen herzustellen. Wichtig ist, dass es sich dabei um einen vereidigten, öffentlich bestellten Sachverständigen der IHK für Schimmelpilze und Schadstoffe handelt.
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Sachverständiger Schimmel erkannt, sollten sofort Maßnahmen zur Beseitigung eingeleitet werden. Der Schimmelpilz-Gutachter arbeitet zunächst ein Konzept für die Sanierung aus und begleitet die einzelnen Schritte der Sanierung. Wenn die befallene Fläche über einen halben m² groß ist, sollte eine Sanierungsfirma mit den Arbeiten betraut werden. Besonders wichtig ist, dass während der Arbeiten keine Sporen in die nicht befallenen gelangen, was durch eine Abschottung des Arbeitsbereichs sichergestellt wird. Dann muss der komplette Schimmelbefall entfernt werden. Es gibt Materialien, die dabei komplett ersetzt werden müssen, wie etwa Putz und Gipskartonplatten. Von Sporen oder Schimmelpilzen befallene offenporige Oberflächen, wie Polstermöbel oder Matratzen, sollten ebenfalls sicherheitshalber entsorgt werden. Bei Holz genügt bei oberflächlichem Befall in der Regel eine Reinigung, Desinfektion und Imprägnierung der betroffenen Stellen. Holzteile müssen nur demontiert werden, wenn der Schimmelbefall sehr stark ist oder die Konstruktion sich mechanisch nicht gut reinigen lässt. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird der komplette Sanierungsbereich sorgfältig feingereinigt. Erst dann kann die Abschottung des Sanierungsbereichs entfernt werden. Ganz zum Schluss wird der Schimmelgutachter schließlich eine messtechnische Kontrolle des Sanierungserfolgs durchführen, um sicherzustellen, dass alle Sporen restlos beseitigt worden sind. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Schimmelproblem beseitigt ist und keine Gesundheitsbeeinträchtigung mehr vorliegt.