Kellersanierung, oder warum sie so selten funktioniert
Eigentlich ist er ja heutzutage fast überflüssig, auf jeden Fall ist er ziemlich teuer, unser Keller. Zynische Mensche behaupten, noch vor dem Auto sei er des Deutschen teuerstes Hobby.
Niemand muss mehr Kartoffeln und Herbstfrüchten selbst lagern, es gibt alles überall zu kaufen und als reiner Standort für Öltanks und Heizung, auch da gibt es deutlich preiswertere Alternativen. In vielen Regionen wird beim Hausbau aber immer noch nicht auf den Keller verzichtet. Abdichtung gegen Druckwasser oder Schichtwasser, gegen Erdfeuchte, schwarze Wanne, braune Wanne und weiße Wanne, Drainage – das treibt die Baukosten immens nach oben. Schlafzimmer, Gästezimmer, Hobbyraum, Sauna, die Nutzungsmöglichkeiten der Räume im Keller sind vielfältig und der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So lange alles trocken ist und keine Feuchtigkeit von außen eindringt, ist alles gut. Auch an der Wärmedämmung des Kellers wird mittlerweile kaum noch gespart.
Doch was macht der, der einen Altbau besitzt. Auch er will den Platz im Keller nicht verschwenden, sondern sinnvoll nutzen. Entsprechend hoch sind heutzutage seine optischen Anforderungen an seinen Keller. Auch er will nach Möglichkeit seine Wände verputzt und frisch gestrichen haben. Das war aber von den Erbauern des Kellers in der Regel so nicht vorgesehen. Wenn überhaupt, spielte früher ein bisschen Feuchtigkeit, kaum eine Rolle. Farben und Wandverputze waren nicht vorgesehen und die Wände durften auch schon mal etwas schief sein, damals waren die Ansprüche anderer Natur.
Heutzutage werden aber an einen Altbaukeller vergleichbare Anforderungen gestellt wie an einen Neubaukeller. Das ist aber nicht immer sinnvoll. Das Mauerwerk ist alt. Damals wurde nach anderen technischen Regeln gebaut als heute. Es ist fehlt eine Wärmedämmung, meist auch eine Drainage und eine 100%ige Wasserdichtigkeit wurde nur selten benötigt. Eine funktionierende Vertikalsperre oder eine Horizontalsperre haben seltenheitswert, bei bestimmten Bauweisen wurde sogar darauf verzichtet.
Was glauben Sie, verträgt ein altes Segelschiff aus dem Museum eine moderne Dampfturbine? Der Vergleich hinkt zwar etwas, aber genau das versucht der Bauherr bei der Kellersanierung umzusetzen. Ab in den Baumarkt und erst einmal billig eingekauft. Kalkzementputz, Dispersionsfarbe und Gipskarton sind für eine mängelfreie heutige Bauweise sicher die richtige Wahl aber diese Baustoffe eignen sich nicht für eine andauernde Belastung mit Feuchtigkeit. Die einen beinhalten organische Stoffe und können zum Schimmelbefall neigen und die anderen bilden Salpeter, also hygroskopische Salze. Trotz oder gerade wegen ihres billigen Preises sind sie im Endergebnis viel zu teuer. Zuerst Hui und danach Pfui. Zu Anfang sieht es noch gut aus, aber schon nach wenigen Monaten löst sich oft die Farbe ab. An anderen Stellen bildet sich vielleicht Schimmel und der Putz versalzt nach und nach. Durch den Kontakt mit Feuchtigkeit bildet er Salpeter. Es wurden halt die falschen Baustoffe verwendet und Haltbarkeit dementsprechend mangelhaft. Anstatt sich jetzt vernünftigerweise darüber zu informieren, welche Baustoffe diesen Bedingungen auch langfristig trotzen, verlassen sich viele Bauherren und Heimwerkereinfach auf die vielen so genannten Fachleute und glauben dabei ernsthaft, sie würden von einem Vertreter, einem Hersteller oder einem Handwerker so etwas wie eine neutrale Beratung erhalten könnten. Es beginnt die Zeit der Märchenstunden von barmherzigen Samaritern.
Oder glauben Sie, irgendjemand empfiehlt seine Konkurrenz, nur weil diese eine bessere oder vielleicht auch preiswertere Lösung hat? jeder Anbieter kämpft um jeden einzelnen Auftrag und Kellersanierung ist doch ein hartes Geschäft, kein Kindergarten! Eine Kellersanierung nachhaltig preiswert durchzuführen ist noch härter. Jeder Kunde versteht unter preiswert doch etwas ganz anderes. Außer für den Bauherren, ist ein hoher Auftragswert dabei natürlich viel besser als ein kleiner. Es ist doch nicht verwunderlich, dass unter diesen Bedingungen auf einmal fast jeder „Sanierungsfachmann“ von aufsteigender Feuchte redet. Viele glauben ja auch an dieses Baumärchen und aufsteigende Feuchtigkeit klingt ja auch erst einmal logisch. Sie funktioniert in einem Mauerwerk aber nur unter ganz besonderen Bedingungen und diese sind nur äußerst selten gegeben. So werden aber munter die tollsten Verfahren zur Kellersanierung angeboten. Vertikalsperre außen oder innen, Horizontalsperre im Säge- oder Einschlagverfahren, Horizontalsperre im Injektionsverfahren mit Kaliwasserglas, mit Polyurethanlösungen oder anderen Mitteln. Sanierputz, Mauerwerkstrocknung, Entfeuchtungsputz und Sperrputz, Mauertrockenlegung, Elektroosmose, es gibt doch fast nichts, was heutzutage nicht angeboten wird. Und behauptet jeder natürlich, sein Verfahren sei allen anderen haushoch überlegen. Bitte haben Sie Verständnis, er macht es wie alle anderen und kämpft um den Auftrag. Nicht selten kommt auch noch ein Maler mit seiner besonderen Antischimmelfarbe. Als solider Handwerker hat er ja den Schimmelpilz wuchern sehen und versucht natürlich eine Schimmelsanierung an den Mann zu bringen. Meist versteht er zwar nichts von Bauphysik, das macht aber nichts, der Bauherr hat auch keine Ahnung und so fällt es auch keinem auf. Und diejenigen, die von einer Kellersanierung wegen aufsteigender Feuchtigkeit reden, sind oft auch Ahnungslos. Zu deren Ehrenrettung sei gesagt, die Industrie lebt recht gut davon, wenn eine Kellersanierung wieder einmal nicht funktioniert. Man kann doch in wenigen Jahren wieder was verkaufen. Die Schuld bekommt nämlich fast immer der ausführende Handwerker. Er ist gesetzlich verpflichtet, den Untergrund geeignet zu prüfen, aber denn was eine geeignete Prüfung ist, steht eigentlich nirgendwo wirklich klar formuliert. Ob es sich um eine erfolglose Kellersanierung, eine fehlgeschlagene Schimmelbeseitigung oder gar Schimmelbekämpfung handelt, man kann ohne Übertreibung von einer Prozessflut bei den Gerichten sprechen.
Dabei gibt es Lösungen, sogar bezahlbare. Sie erfordern aber sehr viel Wissen über Bautechnik und Bauphysik und gute Materialkenntnisse. Es gibt jede Menge Baustoffe und Sanierungsverfahren, die mit derartigen Bedingungen problemlos umgehen können. Welche das sind, hängt sehr stark von der tatsächlichen Bauart des Kellers, den ursprünglich verwendeten Baustoffen und nicht zuletzt von den Nutzungsabsichten des Eigentümers ab.
Hier bietet zum Beispiel bietet die Fa. Inoba auf ihrer
Homepage eine Hotline für eine preiswerte Bauberatung für jedermann an. Informieren Sie sich. Anrufer bekommen hier u. a. auch Antworten auf ihre Fragen zur Schimmelbeseitigung und Schimmelsanierung und praktische Tipps. Da nach Auskunft von Experten und vielen Baubiologen mittlerweile jedes zweite Gebäude in irgendeiner Form ein Problem mit Schimmelpilz hat, ist das Thema Schimmel aktueller denn je. Nicht nur im Keller, zunehmend auch in Wohnräumen macht er den Menschen zu schaffen. Die Diagnose Schimmelallergie fällt in unseren Arztpraxen leider immer häufiger.