Eine Konstante in den Erzählungen vieler älterer Menschen ist und bleibt die heimische Küche. Die Küche steht im weiter gefassten symbolischen Sinne über den Ort des Anrichtens von Speise hinaus für die Art und Weise wie eine Kultur zu kochen, zu speisen und zu verdauen gewohnt ist, und das zeigt, um welch bedeutungsvolles Wort es sich hierbei dreht. Diese recht tief verwurzelte Doppeldeutigkeit, die durchaus in vielen Sprachen vorhanden ist, deutet bereits an, dass die heimische Küche nicht zu letzt eine der Urquellen der kulturellen Besonderheiten und Merkmale ist. Wo gekocht wird, so zeichnet man ein romantisches Bild, da wird gelacht und Spaß gehabt, da lernt man sich kennen und wächst zueinander.
Im Krieg, so erzählen die Alten, war dieser Raum der einzige Ort im ganzen Haus, der beheizt wurde. Hier brannte Feuer, weil es ohnehin brennen musste und so verschwendete man keine Wärme. Oft saß die Familie hier beisammen und pflegte Gesellschaft. Von den heutigen hochmodernen
Küchenarmaturen allerdings konnte man seinerzeit wohl nur träumen. Vollautomatische Waschmaschinen, Wasserkoche und Kaffeemaschinen – das lag zu jener Zeit alles noch in der Zukunft. Heutzutage ist die Küche gesellschaftlich gesehen vielleicht nicht mehr ganz so relevant, obwohl sich in letzter Zeit ein deutlicher Trend hin zur Familienküche, zur Spaß- und Abenteuerküche feststellen lässt. Viele, die ihre eigene Küche so geplant haben, dass sie mehr als nur ein Arbeitsraum ist, haben zu ihrer Zufriedenheit festgestellt, dass sich diese Planung als richtig erwiesen hat. Wenn man hier als Familie gerne und oft beisammen ist und gemeinsam isst oder kocht, stellt man fest, dass sich jede noch so große Investition gelohnt hat.