Bereits vor über 3000 Jahren formten Menschen in Mesopotamien Platten aus Ton, brannten diese und glasierten sie farbig um damit Wände zu verkleiden. Diese glasierten Keramikplatten zeichneten sich nicht nur durch ihren dekorativen Charakter aus, sondern wiesen außerdem eine hohe Beständigkeit gegen Wärme, Kälte, Licht und Wasser auf. Auch in unserer Zeit erfreut sich diese Errungenschaft ungebrochener Beliebtheit und begegnet uns täglich in Form der Badfliese.
Vom Erdklumpen zur Badfliese
Bis zur modernen Badfliese hat sich seit ihrer Geburtsstunde dieser Technik wenig Grundlegendes an der Herstellung geändert. Hauptbestandteil ist Ton, dem vor dem Brennen die Mineralien Quarz, Kaolin und Feldspat zugefügt werden. Feinkeramik für die Fliesenherstellung wird heutzutage im Verfahren der Trockenpressung geformt, dabei wird die Keramik unter Druck in die gewünschte Form gepresst. Danach entscheidet die Brenntemperatur ob Steingut oder Steinzeug entsteht. Badfliesen bestehen im Allgemeinen aus dem weicheren Steingut. Auch Steinzeugfliesen können als Badfliesen verwendet werden, sind jedoch aufgrund ihrer Härte nicht so leicht zu verarbeiten.
Vom finden der geeigneten Badfliese
Fliesen werden in die Abriebklassen 1 bis 5 unterteilt, die darüber Auskunft geben, wie strapazierfähig die Oberfläche ist. Im Privathaushalt sind die Abriebklassen 1 bis 2 als Badfliesen durchaus geeignet, da sie zumeist nur barfuß oder mit weichen Sohlen betreten werden. Außerdem ist für Badfliesen die Unterscheidung in die Bewertungsgruppen A bis C für den Barfußbereich zu beachten, welche die Rutschsicherheit im Nassbereich bestimmen. Um Unfälle zu verhindern wird ausdrücklich empfohlen für Badfliesen ausschließlich die Bewertungsgruppe A zu verwenden.
Ob eine Fliese auch für den Bodenbereich verwendbar ist, lässt sich an einem Fußsymbol auf der Verpackung erkennen. Diese sind dann robust genug, um als Bodenplatten verlegt zu werden.