Wodurch werden Optionsscheine charakterisiert:
- Sie gehören in den Bereich Derivate.
- Option: Es wird ein Recht eingeräumt, nämlich, zu einem zuvor bestimmten Zeitpunkt und fest bestimmten Bezugsverhältnis, einen festgelegten Basiswert und einem gleichfalls zuvor bestimmten Preis zu kaufen, oder zu verkaufen (call bzw. put).
- In der Regel werden Optionsscheine von Banken oder einem
Broker ausgegeben.
- Es handelt sich um ein bedingtes Termingeschäft.
- Die Entscheidung der Optionsausübung ist dem Käufer des Optionsscheins überlassen.
Für wen sind Optionsscheine geeignet?
Der Kauf von Optionsscheinen ist absolut nichts für Anfänger. Nur erfahrene Anleger mit sehr soliden Kenntnissen über den Handel mit Optionsscheinen sollten sich einbringen. Der Risikofaktor liegt auf einem hohen Level. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist nicht ausgeschlossen. Optionsscheine haben eine sehr große Bandbreite. Es gibt sie für fast alle Produkte, die an der Börse gehandelt werden, beispielsweise Aktien, Indizes, Währungen, Anleihen, Rohstoffe.
Ein Beispielkauf (Aktie, call)
Hier noch einmal die Grundelemente der Option: (Bezugs-)Zeitpunkt, Bezugsverhältnis, Basiswert, (Bezugs-)Preis.
1. (Bezugs-)Zeitpunkt = Laufzeit der Aktie X: 26.05.2011
2. Bezugsverhältnis (festgelegt vom Emittenten): 10:1 (also 10 Optionsscheine berechtigen zum Bezug von einem Stück des Basiswertes)
3. Basiswert ist die Aktie X
4. (Bezugs-)Preis: 100 €
Es ist festzustellen: Der Käufer hat das Recht (Option), am 26.05.2011 für je 10 Optionsscheine die Aktie X für 100 € zu kaufen.
Angenommen, der Kurs der Aktie X stand am 26.05.2011 bei 110 €, so hätte man mithin die Aktie X für 100 € beziehen können. Die gesparten 10 € sind nicht das wirklich Interessante daran, sondern die Hebelwirkung, die darin besteht, dass der tatsächliche Gewinn für den Anleger durch die Hebelwirkung (deren Erklärung recht kompliziert ist) durchaus bei 100 Prozent liegen kann. Darin besteht der Reiz der Optionsscheine und der Derivate allgemein.