Als sichere Anlageformen gelten nach wie vor das Sparbuch, Festgeldanlagen oder bei älteren Menschen, die die Inflation noch aus der Kindheit kennen, sicher auch der wohl bekannte Sparstrumpf.
Neuerdings erlebt man an den weltweiten Finanzmärkten aber auch einen neuen Trend - der Trend zum Gold. Gilt es doch seit jeher als "sicherer Hafen", und rückt in Zeiten von Kriegen, Terror und steigenden Ölpreisen immer mehr in den Fokus der Anleger.
Selbst internationale Notenbanken setzen immer stärker physisches Gold als Währungsreserven ein und treiben den Goldpreis in die Höhe. So steigt der Preis seit Monaten wieder stärker als Jahre davor und hat die 800$ Marke bereits hinter sich gelassen.
Trotzdem raten Experten zur Vorsicht: Wer zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen ist, hat sein Kapital zwar vermehrt, mit Aktien oder Fonds hätte er jedoch deutlich mehr Geld verdienen können.
Außerdem sollten Gold Anleger bedenken, es sind durchaus Rückschläge möglich. Obwohl Gold derzeit einen Höchststand nach dem anderen erreicht, notiert der Goldpreis noch weit unter seinen Höchstständen von 1980, die Inflation nicht berücksichtigt.
Ein großes Problem sind auch die Schwankungen des Goldpreises. So konnte der ein oder andere Anleger sein in Gold investiertes Kapital in den letzten zwei Jahren durchaus verdoppeln, in anderen Jahren waren dagegen herbe Rückschläge in Kauf zu nehmen.
Ein weiteres, oft vernachlässigtes Risiko ist der Wechselkurs. Der Goldpreis wird in Dollar notiert und somit spekuliert der Goldanleger auch immer auf das Verhältnis Euro / Dollar. Und obwohl der Goldpreis in den letzten Jahren stark stieg, profitierten Anleger nicht in vollem Maße davon, denn der immer stärker werdende Euro schmälerte die Gewinne teilweise drastisch.
Beim Erwerb vom physischen Gold stellt sich für den Investor auch immer die Frage nach der optimalen Form. Barren, Münzen oder doch einfach ein Zertifikat auf den Goldpreis kaufen?
Hierbei ist der Aufschlag beim Kauf von Gold zu beachten. Sind es bei Goldbarren ca. vier Prozent, so können es bei Goldmünzen durchaus bis zu 10 Prozent werden. Vorsicht ist auch bei sog. Sammlermünzen geboten, da sich der Preis hier nach Angebot und Nachfrage auf dem Sammlermarkt richtet, kann dieser durchaus auch einmal unter dem normalen Goldpreis liegen.
Eine weitere Alternative mit teilweise enormen Gewinnmöglichkeiten aber auch einem entsprechend hohen Risiko, das bis zum Totalverlust führen kann, sind die neuerdings oft durch den einen oder anderen
Börsenbrief vorgestellten Goldminenaktien. Hierbei ist allerdings immer eine gründliche Recherche und Analyse notwendig um die Spreu vom Weizen zu trennen. Allerdings sind bei der richtigen Entscheidung teilweise auch mehrere hundert Prozent Gewinn in kürzester Zeit möglich.
Wer also die richtige Mischung für seine Wertanlagen sucht, sollte durchaus einen Teil seines Vermögens in physisches Gold investieren, als Faustregel kann man sagen zwischen fünf und sieben Prozent seines Portfolios. Wer dagegen die täglichen Schwankungen auf den Aktienmärkten nutzen möchte und eher kurzfristig agiert, dem sind durchaus Investitionen in Goldzertifikate zu empfehlen, die wie Aktien über einen Broker gekauft und verkauft werden können. Hierbei sind dann zwar noch die Ausgabeaufschläge von ca. zwei bis vier Prozent zu berücksichtigen, oft wird auch noch eine Währungsabsicherung gegenüber dem Dollar Angeboten, allerdings bleibt man als Anleger flexibler, um auf tägliche Ereignisse spontan reagieren zu können.