Unternehmen beziehungsweise deren Verantwortliche im Personalbereich schalten heute dem eigentlichen Vorstellungsgespräch gerne ein Personalauswahlverfahren vor. Dieses Verfahren wird in der Fachsprache auch Assessment-Center genannt, das häufig mit den Kürzeln AC abgekürzt wird. In diesem Assessment-Center sollen die Bewerber vor typische Probleme gestellt werden, die später auch im Berufsleben auf sie lauern können. Auf diese Weise wird die soziale Kompetenz der Bewerber erforscht, das Fachwissen stellt im Auswahlprozess nur eine kleine Nebenrolle dar. Die Beobachter wollen mit Hilfe des AC erfahren, ob der Bewerber sich gut verkaufen kann, wie er in Stresssituationen reagiert und wie hoch seine Teamkompetenz ist. Dafür hat der Bewerber einige Aufgaben zu lösen.
Wie ein Assessment-Centers abläuft
Ein Assessment-Center wird meistens an einem einzigen Tag veranstaltet, da der Zeit- und Kostenaufwand für die Firmen sehr hoch ist. Bei einigen Unternehmen ist es jedoch üblich, die Bewerber zwei oder sogar mehrere Tage zu testen. Der Aufwand ist deshalb so hoch, da höherrangige Mitarbeiter im AC als Beobachter eingesetzt werden, und sie deshalb nicht ihrer täglichen Arbeit nachkommen können. Die Beobachter sind dafür zuständig, die Bewerber bei der Lösung der verschiedenen Aufgaben nach bestimmten Kriterien zu beurteilen. Oft sind unter den Beobachtern auch speziell darauf ausgerichtete Psychologen zu finden. Die Teilnehmerzahl an einem Assessement-Center liegt in der Regel bi vier bis acht Bewerbern. Sind es dennoch größere Gruppen, erfolgt normalerweise eine Aufteilung in Kleingruppen. Im Assessment-Center ist es wichtig, sich nicht zu verstellen, sondern immer man selbst zu bleiben. Meistens ist es gar nicht möglich, sich über die ganze Dauer zu verstellen und das fällt den Beobachtern besonders auf. Diese legen nämlich einen hohen Wert darauf, dass der Bewerber zum Unternehmen passt.
Welche Aufgaben im Assessment-Center warten
Bewerber, die zu einem Assessment-Center eingeladen werden, sollten sich auf eine Selbstvorstellung vorbereiten. Zudem können sie mit Freunden Rollenspiele und Gruppendiskussionen üben. Zudem warten im AC häufig die so genannte Postkorbübung, Intelligenztests oder gar Leistungs- und Persönlichkeitstest. Bewerber werden jedoch nicht nur bei der Bewältigung dieser Aufgaben bewertet. Die Beobachter nutzen die Pausen oder das Abendessen, um mit den Kandidaten zu sprechen und sich so ein Bild von den ihnen zu machen. Nicht nur zu den Beobachtern sondern auch zu den anderen Kandidaten sollten sich die Bewerber immer von ihrer besten Seite zeigen. In der Regel haben alle Teilnehmer, sowohl Bewerber als auch die Beurteiler, Namensschilder um. Diese sind oft geschützt in
Ausweishüllen, damit sie leicht an der Kleidung mit einem Clip angebracht werden können. Zudem können sie durch die Ausweishüllen auch mit einem Schlüsselband um den Hals getragen werden, was allerdings in einem Assessment-Center weniger vorteilhaft ist. Durch die Namensschilder ist es den Bewerbern möglich, das Gegenüber mit Namen anzusprechen und sich die Namen zu merken.