Betriebswirtschaftslehre, kurz BWL, befasst sich als Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften mit der betrieblichen Seite derselben. Sie steht in Zusammenhang mit der Volkswirtschaftslehre, nimmt aber stets die Position eines Betriebes ein und versucht, Entscheidungsprozesse wirtschaftlicher Art aus dieser Sicht heraus zu erklären und nachzuvollziehen.
Fachgebiete
Die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre beschäftigt sich mit Planung, Organisation und rechentechnischen Entscheidungsprozessen innerhalb eines Betriebes. Daneben spielt jedoch auch die spezielle Betriebswirtschaftslehre eine Rolle. Im
BWL Studium gibt es keinen einheitlichen Aufbau, jede Universität bietet unterschiedliche Spezialgebiete an, und es liegt letztendlich beim Studierenden, ob und in welcher Richtung er/sie sich spezialisieren will. Wenn BWL nicht an der Universität, sondern an einer Fachhochschule oder per Fernunterricht studiert wird, kann es sein, dass man sich zu Beginn des Studiums für ein Fachgebiet entscheiden muss. Das ist sinnvoll, denn ein angehender Fremdsprachenkorrespondent benötigt im Berufsleben andere Qualifikationen als beispielsweise ein Maschinenbauer. Einige Beispiele für Spezielle Betriebswirtschaftslehre sind die Felder Produktionswirtschaft, Qualitätsmanagement, Marketing, Rechnungswesen, Personalwesen, Wirtschaftsinformatik und ähnliche.
Voraussetzungen
Voraussetzung für das BWL Studium ist die allgemeine oder fachbezogene Hochschulreife, also Abitur oder Fachabitur beziehungsweise ein vergleichbarer Schulabschluss (für Österreich die Matura). Wer ein BWL Studium beginnen möchte, sollte außerdem Interesse an politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen sowie der Tagespolitik mitbringen, denn trotz Spezialisierung kommt man um den allgemeinen Teil im BWL Studium nicht herum. Da das BWL Studium in erster Linie theoretische Kenntnisse vermittelt, ist ein Betriebspraktikum vor oder zu Beginn des Studiums nicht verkehrt. Fremdsprachenkenntnisse wie Englisch, Französisch, Italienisch oder andere inklusive der entsprechenden Nachweise werden von einigen Universitäten und Hochschulen im Vorfeld des Studiums verlangt, können aber in vielen Fällen noch während des Studiums erworben werden. Die studienbegleitenden Sprachkurse sind an den Hochschulen in der Regel kostenfrei, erschweren das BWL Studium aber durch den Zeitaufwand, den sie erfordern. An manchen Hochschulen und Universitäten muss ein NC beachtet werden.
Praktika während des Studiums ...
... werden von den Universitäten empfohlen, sind aber selten vorgeschrieben. Da das BWL Studium keine praktischen Kenntnisse vermitteln kann und an der Universität/Hochschule selten Kontakte zu künftigen Arbeitgebern geknüpft werden können, sollten sich Studierende um ein entsprechendes Praktikum für die veranstaltungsfreie Zeit bemühen. Die erworbenen praktischen Fähigkeiten sind wertvoll, und Kontakte zu Firmen können nach dem Studium gut genutzt werden. In vielen Fällen werden die Praktika vergütet.
Berufschancen
Absolventen eines BWL Studiums können in vielen Bereichen arbeiten. Nahezu jeder Betrieb, der aus mehr als drei Mitarbeitern besteht, hat ein Büro, das sich um die bürokratischen Anforderungen sowie Personal, Rechnungswesen, Ein- und Verkauf et cetera bemüht. Das ist das Einsatzgebiet von BWLern. Es ist den persönlichen Vorlieben überlassen, ob man nach dem Studium für eine Bank, ein Autohaus, eine internationale Hilfsorganisation oder eine Versicherung tätig wird. Und auch die Verdienstmöglichkeiten reichen von niedrig bis hin zu überdurchschnittlich gut.