Die Oldies der Autos - Isotta-Frschini
Die Marke - Isotta-Franschini
Was Rolls-Royce für Großbritannien, Hispano Suiza für Frankreich und Maybach für Deutschland war, das bedeutete Isotta-Fraschini für Italien: eine Automarke von höchstem Prestigewert. Vor dem Krieg waren bei Isotta Fraschini vor allem Luxuswagen mit Spezialkarosserien entstanden, 1947 brachte man den Typ 8 C Monterosa heraus. Mit diesem Fahrzeug wich die Marke von ihrer bisherigen höchst konventionellen Schule gänzlich ab, handelte es sich doch um einen strömungsgünstig gezeichneten Heckmotorwagen, wie er in dieser Größenordnung nur noch von Tatra und Tucker angeboten wurde.
Die in Mailand ansässige Fabbrica Automobili Isotta Fraschini gehörte dem Industriellen Graf Caproni, der auch mit dem Cemsa-Projekt liiert war. Die Eigenheiten des 8 C Monterosa waren der im Heck eingebaute V8-Motor von 3,4 Liter Inhalt und mit 125 PS Leistung, das vollsynchronisierte 4-Gang-Getriebe mit zusätzlichem Schnellgang und Vorwählung, die mit einem Plattformrahmen kombinierte selbsttragende Bauweise, die vordere Einzelradaufhängung mit Dreiecklenkern und Gummifedern, die hintere Pendelachse mit Längslenkern und Gummifedern und die speziell entwickelten Hydraulikbremsen. Zu den Besonderheiten, die im Katalog aufgeführt wurden, zählten auch die stets leuchtenden Kontrolllampen (ein Erlöschen zeigte einen Defekt an), der vom Fahrersitz aus bedienbare Wagenheber, das Bordradio, das mit Sender kombiniert werden konnte, und etliche weitere Komfortmerkmale. Vom technischen Standpunkt aus waren die schräghängenden Ventile und halbkugelförmigen Verbrennungsräume hervorzuheben wie auch die Gewichtsverteilung von 45 Prozent auf die Vorder- und 55 Prozent auf die Hinterräder. Das Leergewicht für den sechssitzigen Wagen wurde mit 1450 kg angegeben. Man versprach hohe Leistung wie auch exzellente Fahreigenschaften ...
Im erwähnten Katalog fanden sich die Farbskizzen von 13 Karosserieversionen, von denen einige durch ihre Glasflächen recht futuristisch anmuteten. Gebaut wurden schließlich - nach einem Stromlinienprototyp von Zagato mit vier Türen, langgezogenem Heck und glatten Seitenflächen - eine Anzahl formschöner 2-Tür-Modelle in Coupe- und Cabrioletform sowie eine eindrucksvolle viertürige 6-Fenster-Limou-sine. Das Coupe feierte auf dem Pariser Salon im Herbst 1947 Premiere, das Cabriolet war ein Spezialaufbau von Boneschi, und die Limousine war zusammen mit anderen Prototypen auf dem Genfer Salon 1949 zu sehen. Doch dies war der letzte offizielle Auftritt der berühmten, hochangesehenen Marke. Die schon 1946 nur mit Mühe gemeisterte Finanzkrise, die zunächst durch die Nutzfahrzeugproduktion bewältigt werden konnte, erwies sich diesmal als unüberwindlich - das vielversprechende Monterosa-Projekt blieb auf der Durststrecke liegen.
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