Was ist Holzkunst?
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eingetragen am 2007-06-08 18:08:38 von: Bernhard Heß
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Was ist Holzkunst?
Holzkunst ist der Leitbegriff für eine sehr breite Palette an Stilrichtungen. So zählen unter dieser Bezeichnung die Berufsbilder des Holzbildhauers, des Schnitzers oder des Model-Stechers. Auch viele Zimmerleute, Schreiner oder Tischler streifen mit ihren teilweise sehr guten und hochwertigen Arbeiten manchmal diesen Bereich.
Bei jedweder Holzbearbeitung wird mit Hilfe von Schnitzeisen, Messern, Sägen oder anderen messerscharfen Werkzeugen das Holz spanend abgehoben - es entsteht ein Werkstück in reiner Handarbeit. Vom Aufbau und Ablauf ist es mit dem Handwerk der Steinmetze verwandt und steht anderen Gewerken entgegen, bei denen das fertige Original durch das Zusammenfügen einzelner Teile oder durch das Modellieren einer noch kristallinen Masse entsteht.
Der Name Schnitzer oder Holzschnitzer wird gern als eine Berufsbezeichnung im Kunsthandwerk verwendet. Diese Berufsgruppe befasst sich im Allgemeinen mit der Anfertigung von Holz- und Gebrauchsgegenständen und dekorativen Elementen. Auch die Verzierung von Möbeln mit Kerbschnitten ist denkbar. Der etwas spezialisiertere Holzbildhauer oder auch Bildschnitzer befasst sich mit der Anfertigung von diversen Plastiken oder Skulpturen.
Mit den Schnitzereien der höchsten Schwierigkeitsstufe befasst sich der in Deutschland fast schon ausgestorbene Beruf des Model-Stechers. Er beschäftigt sich mit der Herstellung von Plätzchenformen aus Holz. Der Modelstecher schnitzt im Gegensatz zum erhabenen Schnitzen bei gängigen Reliefarbeiten ein Negativ in das Holz. Dabei muss er beachten, dass die Seiten des Motivs gespiegelt werden, damit das Original als Abdruck auf dem späteren Gebäck sichtbar ist. Weiterhin muss der Kunsthandwerker ständig bedenken, dass die Teile, die später am weitesten aus dem fertigen Gebäckstück herausragen, am tiefsten in das Holz gearbeitet werden müssen. Die Model-Schnitzer befassen sich mit der Herstellung von Anis-Model, Springerle Model oder Tirggel-Model. Lebkuchen und Spekulatius-Formen sind ebenfalls artverwandte Formen.
Die Holzkunst bewegt im Grenzbereich zwischen Kunst und Kunsthandwerk. Viele der Schnitzer sehen sich selbst eher als Handwerker. Jedoch sind oftmals ihre abgelieferten Arbeiten qualitativ hochwertige Einzelstücke, die allen künstlerischen Ansprüchen genügen und die Bezeichnung „Kunstwerk“ redlich verdienen.
Dagegen versuchen die verschiedensten Künstler mit wenigen Handgriffen die ursprüngliche Form und Farbe des Holzes nur grob zu verändern, um auf diese Weise mit der richtigen Vermarktungsstrategie ihren größten Profit zu erzielen.
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