Man kann
Motorrad fahren nicht lediglich als Fortbewegungsmöglichkeit betrachten. Mit dem Motorrad unterwegs sein ist viel mehr als nur von A nach B zu kommen. Es ist eine Weltanschauung. Mit keinem anderen Fortbewegungsmittel erlebt man die Umgebung, die Natur und die darin lebende Menschen so unmittelbar, so hautnah und real wie auf einem Motorrad. Und jeder, der schon einmal Motorrad gefahren ist, kennt das Gefühl, aber kann es meist nur schlecht beschreiben. Für einen Autofan ist diese Begeisterung, die mit dem Motorradfahren mitschwingt, schwer zu verstehen. Gerade weil dieser in einer sicheren „Blechhülle“ sitzt, kennt er das Gefühl von Freiheit und Ungebundensein beim Fahren nicht. Es geht nicht um die Fortbewegung, sondern um das „mittendrin“ sein. Und kein anderes Fahrzeug außer einem Fahrrad kann ein ähnliches Gefühl vermitteln.
Doch hier ist die Schnelligkeit schon ein wesentlicher Unterschied. Und eine Maschine mit Motor hat eben andere Eigenschaften, wenn auch beide deutlich mehr umweltbewusstes Fahren bieten als ein Auto. Hat man einmal Motorradfreaks bei der Rast beobachtet, so überträgt sich auch auf einen selbst jene unmittelbare Intensität, die das Motorradfahren dem Piloten der Maschine schenkt. Die Luft wird intensiver wahrgenommen, das Verhalten des Motorrades in Kurven, beim Bremsen oder Beschleunigen, wird direkt in die Körper übertragen, und das Wetter macht auch keinen Halt vor der Kleidung…. Natur pur, eben mit allen Sinnen.
All das reizt die Wahrnehmung des Motorradfahrers wie eine Droge und zieht den ganzen Menschen in ihren Bann. Mobilität in Kombination mit Schnelligkeit und intensivem Kontakt zur Natur macht den besonderen Reiz des Motorradfahrens aus. Und Menschen lernt man auch schnell kennen. Niemand weiß warum, doch mit Motorradfahrern kommt jeder schnell ins Gespräch. Reisen mit dem Motorrad ist also Testen der eigenen Grenzen in Verbindung mit Ursprünglichkeit. Es bedeutet Ausloten zwischen technischen Möglichkeiten und den Begrenzungen und Freiheiten, die die Natur bietet.