Im Normalfall hat jeder Gitarrist mindestens zwei Gitarren zuhause, eine akustische und eine elektrische. Zwar lässt sich mit einer Solid-Body auch ohne Verstärker spielen, allerdings ist der Ton nicht nur sehr leise, sondern auch noch sehr kalt, sprich er klingt nicht nach.
Für das Spielen in einer geselligen Runde im Freien ist eine E-Gitarre also ohne Strom eigentlich kaum geeignet. Dazu kommt noch die Anfälligkeit für Feuchtigkeit und Schmutz. Neben den eher bescheidenen Klängen ist auch das hohe Gewicht, beispielsweise einer Stratocaster, für den schnellen Transport sehr störend.
Eine Akustik kann dagegen problemlos mit einer Hand gehalten werden und ist in der Regel leicht zu transportieren. Wer zwei anständige Gitarren haben wollte,
musste schon im Goldankauf tätig sein, um es finanziell unter einen Hut zu bringen, da je Gitarre durchaus gut tausend Euro fällig sein können.
Allerdings hat Gibson mit der ES-335 Halbresonanz, damals einen scheinbaren Mittelweg gefunden, um den E-Gitarrenspieler mit den Vorteilen einer Akustik zu beglücken. Als Antwort darauf, brachte auch Fender die Telecaster Thinline auf den Markt, die allerdings nur ein Schallloch auf der Oberseite besaß und somit leiser war, als die Gibson. Eine solche Semi-Hollow ist zwar immer noch nichts für das Lagerfeuer und auch der Preis sollte nicht unter 500 Euro angesiedelt werden, allerdings ist der Ton bei stromfreien Spielen deutlich interessanter und wärmer.
Ein Ersatz für eine althergebrachte Akustik ist es zwar nicht, aber immerhin ein Mittelweg, jedem Jazzmusiker, die Solid-Body-Vorteile näher zu bringen. Im Notfall ist sogar ein geselliges Spielen, ohne Verstärker möglich, sodass die Gitarre eigentlich sogar interessanter erscheinen sollte, als eine Solid-Body.