Die Einstellung gegenüber
Trachtenmode hat sich gerade bei jungen Leuten grundlegend geändert. Bis vor wenigen Jahren sah man auf dem alljährlich stattfindenden Oktoberfest nicht viele junge Menschen in Tracht. Doch seit kurzem werden es ständig mehr. Vor allem Dirndl sind inzwischen längst keine Kleider für Großmütter mehr, sondern modische Highlights für Frauen jeden Alters. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Schnitten und Farben, mit oder ohne Verzierungen und jedes Jahr finden Modenschauen mit den aktuellen Trends statt. Doch was ist mit den Männern? Das traditionelle Trachtengewand für den Herrn ist die Lederhose. Doch auch hier gibt es größere Variationsmöglichkeiten als man gemeinhin denkt. Schon bei der Länge gibt es verschiedene Modelle zur Auswahl. Die meisten Männer greifen zur klassischen, knielangen Knickerbocker-Hose. Doch auch die kürzere Version steht gerade jüngeren Männern gut und eignet sich für die hohen Temperaturen im Bierzelt. Gefertigt sind die Trachtenhosen aus verschiedenen Lederarten. Das einfachste und günstigste Material ist Schweinsleder. Hirsch- und Wildbockleder sind teurer, sorgen jedoch auch dafür, dass „die Lederne“ länger hält. In den letzten Jahren ist auch Rehleder als Alternative in Mode gekommen. Es ist dünner, weicher und strapazierfähiger als die übrigen Ledersorten, jedoch ist es aufgrund gewisser Materialeigenschaften nicht für alle Längen geeignet. Eine weitere Frage ist, ob man(n) die Lederhose mit oder ohne Hosenträger tragen will. Mit Trägern entspricht eher der Tradition, aber eine gutsitzende Hose kommt auch ohne Träger aus und wirkt mit einem T-Shirt kombiniert sehr modisch. Eigentlich trägt der Mann zur Lederhose jedoch kein Shirt, sondern ein weites Leinenhemd, das „Pfoad“. Auch enger geschnittene Karo-Hemden in rot oder blau sind sehr beliebt. Verziert sind die Hemden oft mit Knöpfen aus Horn. Eine schicke Weste macht das Trachten-Outfit für den Mann komplett. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben, gefertigt sind sie meist aus Baumwolle oder Samt. So ausgerüstet steht einem Wiesn-Besuch nichts mehr im Weg.