Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt herrscht soviel Bewegung wie nie zuvor. Zu keinem bisherigen Zeitpunkt agierten soviele Teilnehmer und es wurde bisher nie eine solch große Vielfalt an Mobilfunktarifen offeriert. Die Ursache für diese Marktwandlung lässt sich zum Teil in der Gründung sogenannter Mobilfunkdiscounter finden.
Noch vor wenigen Jahren beschränkte sich die Anzahl der Marktakteure auf ein überschaubares Maß. Neben den Netzbetreibern Vodafone D2, T-Mobile, E-Plus und O2 waren noch einige sogenannte Serviceprovider aktiv, die unter Verwendung der bestehenden Netze eigene Tarife und Verträge anboten. Mit den Mobilfunkdiscountern sind nun allerdings neue Konkurrenten auf den Plan getreten, die im Begriff sind, einen massiven Preiskampf zu verursachen. Denn: Die Mobilfunkdiscounter im
Prepaid Bereich agieren nicht wie die Netzbetreiber oder Serviceprovider sondern setzen auf vollkommen andere Vertriebsformen und Tarifstrukturen. Das Schlagwort für letztere lautet derzeit „9 Cent Tarif“.
Der Name erklärt dabei schon die grundsätzliche Tarifausrichtung: Sämtliche gängigen Leistungen sollen ca. 9 Cent kosten. Unabhängig davon, ob jemand also in das eigene oder ein fremdes Netz telefoniert und ebensolche Kurzmittelungen versendet: alles soll mit einem Minuten- bzw. Stückpreis von unter 10 Cent verrechnet werden. Das ist einfach und übersichtlich, erlaubt so jeden Kunden den Überblick was ihn welche Dienstleistung kostet.
Solche Preise, die im Vergleich zu den von anderen Unternehmen verlangten Nutzungsentgelten wesentlich geringer ausfallen, können die Anbieter der 9 Cent Tarife in erster Linie durch ihre massiven Ersparnisse im Vertriebs- und Servicebereich realisieren. Denn: Die Tarife werden in der Regel ausschließlich über das Internet vermarktet; ein Ansprechpartner im Einzelhandel fehlt stattdessen vollkommen. Im Falle einer Servicenotwendigkeit muss dieser also entweder über Internetportale oder über kostenpflichtige Hotlines bezogen werden.
Tendenziell lässt sich also sagen: Wer auf einen Ansprechpartner in Form des Einzelhändlers verzichten kann, für den dürften die sogenannten 9 Cent Tarife unter Umständen durchaus interessant sein. Günstiger kann derzeit jedenfalls kaum telefoniert werden.
Die Auswahl an Anbietern ist dabei groß genug: Fonic, blau.de, callmobile und andere Unternehmen sind im Zuge der Marktwandlung entstanden und versuchen sich nun gegenseitig im Preis zu unterbieten. Auch Netzbetreiber und „gewöhnliche“ Serviceprovider mischen mittlerweile im Preiskampf mit, indem sie Tochterunternehmen wie Congstar (T-Mobile) gegründet haben oder wie O2 oder Talkline auf ihrer Homepage besondere 9 Cent Tarife anbieten, die im Einzelhandel nicht zu beziehen sind.