Seit mehreren Jahren besitzen Mobilfunkbetreiber in Deutschland Lizenzen für Frequenzen, die für Funkübertragungen des neuen Mobilfunkstandards
UMTS reserviert sind. Nachdem im Jahr 2000 eine Versteigerung dieser Frequenzpakete dazu geführt hatte, dass rund 100 Milliarden DM in die öffentlichen Kassen gespült wurden, waren die erfolgreichen Bieter eine gigantische Investition eingegangen und hatten quasi über die riesige finanzielle Verpflichtung ein Versprechen abgegeben, weitere Mittel in die Hand zu nehmen um die Infrastruktur für die neue Funktechnologie aufzubauen und bereitzustellen.
Im letzten Schritt schließlich, nachdem die Versorgung der überwiegenden Mehrheit der deutschen Bürger mit UMTS bzw. dessen verbesserter Version HSDPA sicher gestellt war, ging es noch darum, eine attraktive Tarifstruktur für den Zugang zu Diensten wie Mobiles Internet, Mobile Banking und verwandte zu entwickeln und im Markt zu platzieren.
Erst nachdem alle diese Schritte vollzogen waren, was seit der Auktion immerhin fast acht Jahre dauerte, war UMTS reif für den deutschen Massenmarkt und wurde von diesem auch angenommen. Inzwischen ist das
mobile Internet so weit, dass es sogar dem etablierten Internetanschluss über Festnetz auf DSL-Basis Konkurrenz macht – auch wenn dieser Wettbewerb derzeit noch eher zaghaft in die Gänge kommt, so ist in für die kommenden Jahre von stark anwachsendem Konkurrenzdruck für kabelgebundene Internetanschlüsse auszugehen. Der Grund dafür liegt vor allem darin, das der Aufbau mobilfunkgestützter Datennetze deutlich weniger aufwendig vonstatten geht als das Verlegen von Kabeln, die für die festnetzbasierten Breitband-Anschlüsse benötigt werden. Sobald die Leistung der Funknetze steigt und die Preise für
UMTS Flatrates zusätzlich gesenkt werden wird sich die Situation für die reinen DSL-Anbieter jedenfalls weiter zuspitzen.