Der Erhalt einer Erwerbsminderungsrente ist davon abhängig, was man bereits über die gesetzliche Rentenversicherung angespart hat. Alljährlich erhält man den Rentebescheid, der unter anderem Informationen über die Höhe einer möglichen Erwerbsminderungsrente enthält. Viel ist das im Normalfall nicht. Aus diesem Grund wird von allen Seiten der Abschluss einer zusätzlichen privaten Absicherung, am besten durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, empfohlen.
Deutschland ist jedoch ein Sozialstaat, der für Bedürftige ein Minimum zur Verfügung stellt. So auch für Menschen, die eine Erwerbsminderungsrente erhalten würden, aber kaum Ansprüche erworben haben. Hierfür gibt es die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Aber Vorsicht! Es handelt sich um ein absolutes Minimum. Viel Geld erhält man nicht. Im Jahr 2004 lag der durchschnittliche Auszahlungsbetrag bei 313,00 EURO je Versicherten. Für voll erwerbsgeminderte Personen zwischen 18 und 64 wurde ein monatlicher Bruttobetrag von 614 EURO für das Jahr 2006 ermittelt. Den vollen Satz erhält aber fast niemand, da es meist irgendwelche Einkommen gibt, die angerechnet werden. Diese sind meist schon erhaltenes Wohngeld, eine Rente wegen Erwerbsminderung, ein Hinterbliebenenrente, Kindergeld oder auch anrechenbare Einkünfte aus einer Partnerschaft.
Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gibt es in Deutschland seit dem 01.Januar 2003. Das Ziel ist es, sogenannter verschämter bzw. versteckter (Alters-) Armut entgegenzuwirken. Im Gegensatz zur Sozialhilfe (kein förmlicher Antrag nötig), erhält man die Grundsicherung nur nach Stellen und Überprüfen eines Antrages. Man kann diese Leistung beantragen, wenn man (nach gutachterlicher Einzelfallprüfung) dauerhaft voll erwerbsgemindert ist oder älter als 65 ist. Wer allerdings seine Sozialhilfebedürftigkeit schon mal vorsätzlich bzw. grob fahrlässig herbeigeführt hat, hat seinen Anspruch auf Grundsicherung verwirkt.
2004 erhielten insgesamt 466000 Menschen in Deutschland eine Grundsicherung. 2006 waren es schon wesentlich mehr, rund 682000. Dabei waren 371000 Menschen älter als 65 Jahre. Das Volumen betrug 2006 für alle Kommunen gesamt 3,2 Milliarden EURO.
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